Schachten und Filze

Seit dem 01.08.1997 gehören die Schachten und Moore zwischen Rachel und Falkenstein sowie der gesamte Staatswald zwischen der Bahnlinie Zwiesel - Bayerisch Eisenstein und der Landesgrenze zum großräumigen Schutzgebiet.

Die Nationalparkverwaltung in Grafenau hat die Aufgabe, dieses Gebiet möglichst dauerhaft zu schützen, aber auch die Naturschönheiten für die Besucher zu erschließen.
Hierzu dient vorrangig ein umfangreiches Wegenetz für Fuß-, Rad- und Skiwanderer.

Moore
Das flachwellige Plateau des Hohen Böhmerwaldes beherbergt großflächige Moorkomplexe. Der größte Teil dieser ausgedehnten Moore liegt auf dem Gebiet der Tschechischen Republik im Nationalpark Sumava. Auf bayerischer Seite gibt es lediglich einige wenige, kleinflächige Vermoorungen im Bereich der mitteleuropäischen Wasserscheide (zwischen Donau und Moldau). Eine der bedeutendsten ist der sogenannte Latschenfilz.

Dieses besonders eindrucksvolle Gebiet wurde schon in den 70er Jahren durch einen Wanderweg erschlossen. Der Knüppeldamm, der Anfang der 80er Jahre erbaut wurde, war baufällig geworden. Deswegen wurde er 1997 von der Nationalparkverwaltung durch einen Bohlenweg ersetzt und zu einem Rundweg erweitert. 

Schachten
Bauern aus der Umgebung von Zwiesel hatten früher das Recht, ihr Vieh während der Sommermonate in die Wälder zur Weide zu schicken. Der von den Bauern beauftragte Hirte war zwischen Juni und September mit den Rindern (vorwiegend Jungvieh) unterwegs in den Hochlagen des Bayerischen Waldes.
Im Laufe der Zeit entstanden zunehmend aufgelichtete Wälder und bald auch nahezu waldfreie Bergwiesen.

Solche offenen Flächen, auf denen nur einzelne Laubbäume stehenblieben, werden im Bayerischen Wald als Schachten bezeichnet. Den Hirten dienten sie vorwiegend als Übernachtungsplätze, aber auch als Stationen für die Mittagsrast.
Die Waldweide wurde schon in den 50er Jahren aufgegeben.
Viele der Laubbäume, die früher als Schattenspender dienten, sind heute eindrucksvolle Baumriesen oder auch schon Baumruinen.
Die Schachten sollen als Zeugen einer vergangenen Kulturepoche auch in Zukunft als waldfreie Flächen erhalten bleiben.

Einzugsbereich der Trinkwassertalsperre
In den 70er Jahren wurde im Tal des Kleinen Regen eine Talsperre errichtet. Sie dient der Bevölkerung des Bayerischen Waldes als Trinkwasserspeicher. Die Bäche aus dem Raum zwischen Rachel und Hirschbach liefern ihre Wasser in dieses gewaltige Reservoir, das einen Rauminhalt von 21,7 Millionen Kubikmetern hat.
Innerhalb des Einzugsgebietes der Talsperre gelten besonders strenge Regeln für die Reinhaltung der Gewässer.

Erlebnisweg Schachten und Filze
Rundweg "Wolf"
Gehzeit etwa ¾ Std.
Höhenunterschied 50 m
Ausgangspunkt ist der Fahrradparkplatz am Hochschachten.
Der ca. 2 ½ km lange Rundgang führt über den Hochschachten und den Kohlschachten. Zwischen diesen beiden Bergwiesen liegt der Latschenfilz mit Hochmoortümpeln, z. B. dem Latschensee. Die Strecke durch das Moor (ca. 700 m) ist als Bohlenweg ausgebildet.
Der Latschenfilz ist ein besonders repräsentatives Beispiel für die Sattelhochmoore auf dem Böhmerwald-Plateau.

Mit dem Fahrrad
Der Nationalpark Bayerischer Wald bietet ein umfangreiches Netz an markierten Radrouten.
Die für das Radfahren freigegebenen Forstwege sind mit Markierungen gekennzeichnet.
Damit auch Radfahrer die Möglichkeit haben, Filze (Moore) des Nationalparks zu erleben, wurde eigens für sie ein spezifisches Fußweg-Angebot geschaffen.
Der Erlebnisweg Schachten & Filze ist von Frauenau (Trinkwassertalsperre), von Buchenau oder vom Falkenstein aus zu erreichen. Der Erlebnisweg selbst ist nicht zum Radfahren vorgesehen!

Fahrradparkplatz
An der markierten Rad-Route wurde eine Abstellmöglichkeit für Fahrräder geschaffen sowie von dort aus ein eigenständiger kurzer Rundweg markiert!
Die Ausstattung: Orientierungs- und Informationstafeln, Absperrbügel zum Anlehnen und Absperren der Fahrräder, Toilettenanlage und Schutzhütte.